A-Lizenz

Die A-Lizenz (auch A-Schein genannt) berechtigt zum freien Fliegen mit der/den eingetragenen Startart/en in der Umgebung des Fluggeländes. In Verbindung mit der IPPI- Card ist die A-Lizenz fast weltweit anerkannt. Sie ist unbefristet gültig. Die vergleichbare Lizenz heißt in Österreich „Paragleiter-Schein“. Die A-Lizenz ist das Ziel der Pflichtausbildung für Gleitschirmpiloten. Die Inhalte sind im Lehrplan des Dachverbandes DHV definiert.

Abfluggewicht

siehe Startgewicht

Ablösekante

siehe Abrisskante

Abrisskante

Eine Abrisskante ist eine Kante an der sich ein Warmluftpaket vom Boden löst und beispielsweise als Thermikblase oder auch -schlauch nach oben steigt. Mögliche Abrisskanten können ein Knick im Gelände oder eine Änderung der Bodenbeschaffenheit sein (z.B. Waldkanten, Seeufer).

Acrofliegen

Acrofliegen bezeichnet die Gleitschirmakrobatik bzw. den Kunstflug. Gemeint ist das Fliegen von akrobatischen Flugübungen, die spezielles Training und überdurchschnittlich viel Gefühl für den Steuerweg des Gleitschirmes voraussetzen. In Deutschland ist Kunstflug verboten. Darunter fallen alle Flugübungen mit einer Schräglage von mehr als 135 Grad um die Längs- oder Querachse.

AGL

AGL (Above Ground Level) bezeichnet die Höhe über Grund.

Aktives Fliegen

Beim aktiven Fliegen gleicht der Gleitschirmpilot auftretende Kappenbewegungen (hervorgerufen beispielsweise durch bewegte Luftmassen – z.B. Thermik) durch einen angemessenen Steuerleineneinsatz und eine angemessene Körpergewichtsverlagerung aus. Ziel ist es, die Kappe immer senkrecht über sich und zu jedem Zeitpunkt einen konstanten Steuerdruck zu halten.

Albedo

Die Albedo bezeichnet das Verhältnis des Lichtes, das von diffus reflektierenden Oberflächen – d.h. von nicht selbst leuchtenden Oberflächen – zurückgestrahlt bzw. reflektiert wird, zu dem, das auf die Oberfläche einfällt und aufnimmt bzw. absorbiert. Sie wird als dimensionslose Zahl angegeben. Eine Albedo von 0,9 bedeutet, dass 90 % des Lichtes von der Oberfläche zurückgestrahlt werden.

AMSL

AMSL (Above Mean Sea Leven) bezeichnet die Höhe über dem mittleren Meeresspiegel (NN).

Anstellwinkel

Der Anstellwinkel ist der Winkel zwischen der Profilsehne und der anströmenden Luft. Bei einem zu kleinen Anstellwinkel klappt der Gleitschirm ein, bei einem zu großen Anstellwinkel reißt die Strömung ab.

Auftriebsbeiwert

Der Auftriebsbeiwert, oder Auftriebskoeffizient, ist ein dimensionsloser Wert für den dynamischen Auftrieb eines von einem Fluid umströmten Körpers.

Auftriebsformel

Den dynamischen Auftrieb eines Körpers kann man mithilfe von vier Faktoren berechnen: FA = A (angeströmte Fläche des Körpers) * cA (Auftriebsbeiwert) * ρ/2 (Luftdichte) * v2 (Geschwindigkeit).

Auftriebsglocke

Mithilfe der Auftriebsglocke kann man die Auftriebsverteilung (laut Bernoulli) an einem (Gleitschirm-)Profil bildlich veranschaulichen.

Aufwindband

Als Aufwindband bezeichnet man den Bereich vor einer Erhebung bzw. einem Hang, in dem eine Luftströmung, die annähernd im rechten Winkel auf den Hang trifft, aufgrund der Geländestruktur nach oben abgelenkt wird. Gleitschirmpiloten können mit ihrem Fluggerät im Aufwindband bzw. in diesem dynamischen Hangaufwind soaren, sobald es ausreichend stark ausgeprägt ist, d.h. dass je nach Hangneigung eine gewisse Windstärke vorliegen muss, damit das Eigensinken des Gleitschirmes durch den dynamischen Hangaufwind ausgeglichen werden kann.

Außencontainer

In den Außencontainer baut man das Rettungssystem samt Innencontainer ein. Es handelt sich um ein Fach direkt am Gurtzeug, er kann aber auch separat beispielsweise als Frontcontainer am Gurtzeug befestigt werden. Den Außencontainer schließt man mithilfe von Splinten, die am Rettergriff befestigt sind und durch Loops (Gummischlaufen) gefädelt werden.

B-Lizenz

Die B-Lizenz (auch B-Schein genannt) erweitert die A-Lizenz um die Berechtigung zum freien Fliegen mit Überlandflügen. Sie ist unbefristet gültig.

B-Stall

Der B-Stall ist eine Abstiegshilfe. Der Pilot zieht die Kappe über die B-Tragegurte bzw. B-Leinen im Bereich zwischen der A- und C-Ebene V-förmig zusammen. Er provoziert einen kontrollierten Strömungsabriss. Das Gleitsegel ist noch mit Luft gefüllt und bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 6 bis 10 m/s senkrecht nach unten.

Barometrische Höhenformel

Mithilfe der barometrischen Höhenformel kann man die Abhängigkeit des Luftdruckes von der Höhe, d.h. die vertikale Luftverteilung in der Atmosphäre der Erde beschreiben. In der Standardatmosphäre (laut ICAO) herrschen auf Meeresniveau 1013,25 hPa. Alle 5.500 Meter halbiert sich der Luftdruck, d.h. dass er mit der Höhe exponentiell abnimmt. Auf Meereshöhe kann man auch sagen, dass der Luftdruck alle 8 Höhenmeter um 1 hPa abnimmt, auf ca. 5.000 Meter alle 16 Höhenmeter um 1 hPa abnimmt und auf ca. 10.000 Meter alle 32 Höhenmeter um ca. 1 hPa abnimmt.

Bernoulli-Effekt

Laut Bernoulli nimmt der Luftdruck in Bereichen einer schnellen bzw. schnelleren Luftströmung ab.

Beschleunigungssystem

Das Beschleunigungssystem besteht aus einem Flaschenzug an den Tragegurten des Gleitschirmes und einem Fußbeschleuniger, welche miteinander verbunden werden. Wenn der Pilot das System mit den Füßen betätigt, verkleinert sich der Anstellwinkel des Gleitsegels, da vor allem die A-Ebene aber auch die dahinterliegenden Ebenen heruntergezogen werden. Der Gleitschirm fliegt schneller (als in der Trimmgeschwindigkeit).

Bestes Gleiten

Im besten Gleiten fliegt ein Gleitschirm bei Windstille maximal weit. Bei den meisten Modellen liegt das beste Gleiten im Bereich der Trimmgeschwindigkeit, d.h. dass der Pilot die Bremsen bis zu den Umlenkrollen freigibt und die Kappe nicht anbremst.

Bezometer

Mithilfe des Bezometers kann man die (Weiter-)Reißfestigkeit eines Gleitschirmtuches ermitteln. Es besteht aus einer Nadel, welche durch das Tuch gestochen wird. Zieht man nun in Querrichtung am Bezometer, wird die Kraftwirkung digital angezeigt.

Blauthermik

Blauthermik beschreibt thermische Aktivität ohne Wolkenbildung. Der Ausgleich der Temperaturen von der aufsteigenden Luft und der Umgebungsluft findet statt bevor das Kondensationsniveau erreicht ist.

Bodensicht

Die Bodensicht beschreibt die horizontale Sicht auf einem Flugplatz.

Böiger Wind

Böiger Wind ist ein Wind mit stark wechselnden Windgeschwindigkeiten.

DHV

Seit 1993 ist der Deutsche Hängegleiterverband e.V. (kurz DHV) durch das Bundesverkehrsministerium damit beauftragt, die Erlaubnisse für das Starten und Landen mit Hängegleitern und Gleitsegeln zu erteilen.

Drachen, Flugdrachen

siehe ->Hängegleiter.

Druckpunkt

Im Druckpunkt des mit Luft umströmten Gleitschirmes lassen sich alle wirksamen Strömungskräfte zusammenfassen. Im stationären Geradeausflug befindet er sich im vorderen Drittel in der Mitte der Kappe.

Dynamischer

Hangaufwind

siehe Aufwindband

FL

Das Flight level (FL) bzw. die Flugfläche steht für eine Fläche gleichen Luftdruckes oder aber auch für eine bestimmte Höhe über dem Standarddruck.

Flugsicht

Die Flugsicht bezeichnet die horizontale Sicht aus einem Luftfahrzeug bzw. Luftsportgerät.

Frontcontainer

Der Frontcontainer ist ein Außencontainer, den man separat zwischen den beiden Gurtzeugkarabinern befestigt. Er wird vor allem bei Gurtzeugen verwendet, die aufgrund ihrer Bauart keinen integrierten Außencontainer aufweisen.

Fullstall

Ein Fullstall ist ein beidseitiger Strömungsabriss, wobei die Luft in der Kappe von hinten nach vorne entweicht. Der Anstellwinkel ist zu groß, sodass die Strömung nicht mehr anliegen kann und der Auftrieb zusammenfällt.

Fullstall

Der Fullstall bezeichnet einen beidseitigen Strömungsabriss.

g-Kraft

siehe Kurvengewicht

Geringstes Sinken

Das geringste Sinken bezeichnet die Bremsstellung mit der der Gleitschirm zeitlich gesehen in ruhiger Luft maximal lange fliegt. Bei den meisten Modellen bedeutet das einen Bremsleinenzug um die 15 % und einen Steuerdruck von knapp 2 kg.

Geschwindigkeitspolare

In einer Geschwindigkeitspolare stellt man die Sinkgeschwindigkeit des Geitschirmes (in m/s) zur Fluggeschwindigkeit (in km/h) bei unterschiedlichen Brems- bzw. Beschleunigungsstellungen dar. Der Pilot kann die Gleitleistung des Schirmes bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Windeinflüssen ablesen und ermitteln.

Gewichtskraft

Als Gewichtskraft FG eines Körpers mit der Masse m bezeichnet man die auf den Körper wirkende Schwerkraft im Schwerefeld eines Himmelskörpers.

Gewichtskraft

Als Gewichtskraft eines Körpers mit der Masse m bezeichnet man die auf ihn wirkende Schwerkraft im Schwerefeld eines Himmelskörpers – beim Gleitschirmfliegen also die Erdanziehungskraft.

Gieren

Als Gieren bezeichnet man die Bewegung des Gleitschirmes bzw. des Fluggerätes um seine Hochachse.

Gleitpfad

Der Gleitpfad beschreibt den Flugweg des Gleitschirmes durch den Luftraum. Bei ideal ruhigen Luftmassen variiert die Neigung des Gleitpfades aufgrund verschiedener Brems- und Beschleunigerstellungen.

Gleitschirm

auch: Paraglider - Gleitsegel, bestehend aus einem Schirm und Leinen. „Gleitschirm“, auch Gleitsegel oder Schirm genannt, ist der deutsche Begriff für Paraglider und bezeichnet ein Luftsportgerät, bestehend aus einer Schirmkappe, den Leinen und den Tragegurten.

Gleitverhältnis

Das Gleitverhältnis bezeichnet das Verhältnis vom Gesamtwiderstand des Gleitschirmes zum Auftrieb, das Verhältnis von der verbrauchten Höhe zur zurückgelegten Strecke in einem bestimmten Zeitraum und das Verhältnis von der Sinkgeschwindigkeit (in m/s) zur Fluggeschwindigkeit (in m/s).

Gleitwinkel

Der Gleitwinkel ist der Winkel zwischen dem Gleitpfad des Schirmes und dem Horizont.

Gleitzahl

Die Gleitzahl ist das Verhältnis vom Auftrieb der Kappe zum Gesamtwiderstand, das Verhältnis von der zurückgelegten Strecke zur verbrauchten Höhe in einem bestimmten Zeitraum und das Verhältnis von der Fluggeschwindigkeit (in m/s) zur Sinkgeschwindigkeit (in m/s).

Gurtzeug

Als „Gurtzeug“ (engl. Harness) oder auch „Sitzgurt“ bezeichnet man den „Sitz“ des Gleitschirmes.

Hängegleiter

Hängegleiter (engl. Hangglider) bezeichnet den Flugdrachen. Anders als der Gleitschirm besteht der Hängegleiter aus einer starren Rohrkonstruktion mit einer Segelbespannung. Der Pilot startet und landet zu Fuß und befindet sich während des Fluges in Liegeposition unter dem Hängegleiter.

Hochachse

Die Hochachse ist eine virtuelle vertikale Linie, die durch den Schwerpunkt eines Fluggerätes verläuft und im rechten Winkel zur Längs- und Querachse steht.

ICAO-Karte

ICAO-Karten sind Luftfahrerkarten auf denen die Luftraumstruktur nach den Richtlinien der International Civil Aviation Organisation (ICAO) dargestellt ist.

IFR

Instrument Flight Rules (IFR) bezeichnet das Fliegen nach Instrumenten, d.h. dass das Luftfahrzeug mithilfe von Fluginstrumenten (z.B. Navigations- und Flugüberwachungsgeräte), ohne wahrnehmbare äußere optische Anhaltspunkte, gesteuert werden kann.

Induzierter Widerstand

Der induzierte Widerstand ist beim Gleitschirm eine Ausgleichsströmung der Luft im Stabilobereich vom Unter- zum Obersegel. Er wirkt somit erst, sobald eine Auftriebskraft laut Bernoulli am Profil anliegt und dadurch Druckunterschiede zwischen Ober- und Untersegel entstehen (Obersegel: Unterdruck, Untersegel: Überdruck). Durch die Bewegung des Gleitschirmes durch die Luftmasse, löst sich der so entstandene Wirbel vom Profil ab und setzt sich als Wirbelschleppe fort.

IPPI-Card

Bei der IPPI-Card handelt es sich um einen internationalen Flugnachweis, der vom jeweiligen Verband gegen Gebühren ausgestellt werden kann und in Verbindung mit der nationalen Lizenz fast weltweit gültig ist. Das Flugkönnen wird bei der IPPI-Card in fünf Stufen, die sogenannten ParaProcStages, eingeteilt.

Klapper

Bei einem Klapper klappt ein Teil der Gleitschirmkappe ein. Der Anstellwinkel ist zu klein, sodass die Luft nicht von vorne unten sondern von oben auf das Profil trifft – man spricht auch von einer negativen Anströmung des Profils. Im betroffenen Bereich entweicht die Luft in der Kappe komplett oder auch nur teilweise und das flexible Gleitschirmtuch unterschneidet den noch flugfähigen Teil des Gleitschirmes. Bei vielen Gleitschirmmodellen öffnet ein Klapper im Regelfall nach kurzer Zeit selbstständig ohne Zutun des Piloten.

Kompatibilitätsprüfung

Bei der Kompatibilitätsprüfung bzw. K-Probe handelt es sich um die Überprüfung, dass das jeweilige Rettungsgerät in den entsprechenden Innen- und Außencontainer passt und der Pilot ohne großen Kraftaufwand die Rettung problemlos auslösen kann.

Kontrollierter Luftraum

Fluglotsen am Boden können im kontrollierten Luftraum nach IFR fliegende Piloten bei der Flugdurchführung und -navigation unterstützen.

Kunstflug

siehe Acrofliegen

Kurvengewicht

Das Kurvengewicht ist die Resultierende aus Gewichts- und Zentrifugalkraft im Kurvenflug. Der Pilot nimmt es als g-Kraft oder auch Lastvielfaches wahr. Bei einer Schräglage von 60 ° wirken auf das System 2 g.

Laminarer Wind

Laminarer Wind ist ein Wind mit gleichmäßigen Windgeschwindigkeiten, d.h. ein Wind, der nicht von Böen durchsetzt ist.

Landetrichter

Der Landetrichter ergibt sich im Endanflug aus dem minimalen und maximalen Gleitwinkel den der Pilot mit einem entsprechenden Gleitschirm bei den aktuellen (Wind-)Bedingungen durch unterschiedlich starken Bremseinsatz erfliegen kann.

Längsachse

Die Längsachse ist eine virtuelle Linie, die in Längsrichtung zur maximalen Ausdehnung der Kappe verläuft. Beim Gleitschirm stellt sie auch die Spiegel- bzw. Symmetrieachse dar. Sie verläuft im rechten Winkel zur Quer- und Hochachse.

Lee

Das Lee ist die vom Wind abgewandte Seite eines Objektes. Das Lee zeichnet sich beim Fliegen durch turbulente und sinkende Luftmassen aus.

Leerweg

Beim Leerweg handelt es sich um die ersten ca. 10 Zentimeter des Steuerweges (ausgehend von der Umlenkrolle), in denen der Pilot die Bremsen zwar nach unten zieht, sich die Hinterkante der Kappe jedoch noch nicht verformt. Er bringt lediglich die Bremsleinen auf Spannung.

Lüsen

Lüsen ist ein idyllisches Bergdorf in Südtirol, in der Nähe von Brixen gelegen. Hier auf der wetterbegünstigten Alpensüdseite finden die beliebten Papillon Lüsen-Flugwochen statt.

Luv

Das Luv ist die dem Wind zugewandte Seite eines Objektes. Es zeichnet sich durch ruhigere Luftmassen aus.

Motorschirm

Gleitschirmfliegen mit Motor. Der Motor mit Propeller wird entweder auf dem Rücken des Piloten befestigt (Rucksackmotor), oder an einem fahrbaren Untersatz, z.B. einem Trike oder Flyke. Der Motorschirm ermöglicht Paragliding unabhängig von Thermik, Berg oder Winde.

MSL

Das Mean Sea Level (MSL) bezeichnet den mittleren Meeresspiegel (NN).

öAEC

Der Österreichische Aero Club ist der Fachverband der Allgemeinen Luftfahrt und aller Flugsporttreibenden Österreichs.

Ohrenanlegen

Beim Ohrenanlegen handelt es sich um eine Abstiegshilfe, die der Pilot nutzen kann, um schneller mit dem Gleitschirm zu sinken. Dazu zieht der Pilot mithilfe der äußeren A-Leinen die Außenseiten der Kappe Anders als bei anderen Abstiegshilfe bleibt der Schirm über die Gewichtsverlagerung steuerbar und weist eine Horizontalgeschwindigkeit auf.

Papillon

Der Name Papillon geht zurück auf die Rhöner Drachenflugschule Papillon, die mit dem Flugcenter Wasserkuppe zur Rhöner Drachen- und Gleitschirmflugschulen Wasserkuppe GmbH fusionierte. Der Name bezieht sich auf den 1973 verfilmten autobiografischen Roman „Papillon“ von Henri Charrière. Der Papillon-Schriftzug ist unter der Registernummer 302008025037 als Wort- und Bildmarke eingetragen und rechtlich geschützt.

Paragleiter

in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für ->Paraglider.

Paragliding

Accuracy

Englische Bezeichnung für die Gleitschirm-Wettkampfdisziplin „Punktlanden“.

Peilpunkt

Der Peilpunkt ist ein gedachter oder auch sichtbarer Punkt auf einer Landewiese, den der Pilot als Orientierung nutzt, um punktnah zu landen.

Porosimeter

Mithilfe des Porosimeters ermittelt man die Luftdurchlässigkeit eines Gleitschirmtuches. Es ermittelt die Zeit, die vergeht, bis ein bestimmtes Luftvolumen durch ein definiertes Stück Stoff gezogen ist.

Profilsehne

Die Profilsehne ist eine gedachte Linie durch die Hinterkante und den vordersten Punkt eines Profils.

Profilwiderstand

Der Profilwiderstand entsteht direkt an der Gleitschirmkappe, welche Auftrieb erzeugt.

QFE

Mithilfe des QFE kann man die Höhe über einem Flugplatz ermitteln. Er gibt den aktuellen Luftdruck auf Flugplatzhöhe an. Als Eselsbrücke kann man sich merken: Question Field Elevation.

QNH

Mithilfe des QNH kann man die Höhe über dem mittleren Meeresspiegel ermitteln. Er gibt den aktuellen Luftdruck auf Meeresniveau an. Als Eselsbrücke kann man sich merken: Question Normal Hight.

RDGW GmbH

Rhöner Drachen- und Gleitschirmflugschulen Wasserkuppe GmbH

Restwiderstand

Der Restwiderstand setzt sich beim Gleitschirmfliegen aus allen nicht Auftrieb erzeugenden Dingen (z.B. Pilot, Leinen, Gurtzeug) zusammen.

Retterfraß

Unter dem Retterfraß versteht man das Verhängen bzw. Verfangen des Rettungsgerätes beim Werfen im Gleitschirm bzw. in den Gleitschirmleinen, sodass die Rettung nicht tragend öffnen kann.

Rettung

Gemeint ist das Rettungssystem, das man beim Gleitschirmfliegen mitführt. Es handelt sich dabei um einen Rettungsschirm (meist ein Rundkappenschirm), der mit dem Gurtzeug verbunden ist und im äußerst seltenen Fall einer Extremsituation vom Pilot ausgelöst wird, um eine sichere Landung zu ermöglichen. 

Rettungsschnur

Bei der Rettungsschnur handelt es sich um eine 30 m lange Nylon-Flechtschnur,an dessen Ende beispielsweise ein 30 g schweres Bleigewicht befestigt ist. Sie dient nach einer Baumlandung zum Hochziehen von Hilfsmaterialien für eine Bergung des Piloten.

Rhön

Die Rhön ist ein Mittelgebirge in der Mitte Deutschlands. Die Rhön erstreckt sich über Teile Osthessens, Westthüringens und Nordbayerns. Ein Teil der Rhön wurde von der UNESCO als Biosphärenreservat ausgezeichnet. Höchste Erhebung ist die Wasserkuppe mit 950m. Die Basaltlandschaft vulkanischen Ursprungs wird wegen seiner weiten, freien Hochflächen auch als das „Land der Offenen Fernen“ bezeichnet.

Sackflug

Im Sackflug bewegt sich die noch mit Luft gefüllte Gleitschirmkappe senkrecht nach unten. Der dynamische Auftrieb fällt zusammen. Es wirkt ausschließlich Widerstand, sodass der Gleitschirm mit ca. 4 m/s sinkt.

SAT

Bei einer SAT-Drehung verlagert sich das Drehzentrum zwischen Gleitschirmkappe und Pilot, sodass dieser rückwärts fliegt.

SERA

Seit der Einführung der SERA (Standardised European Rules of the Air) im Jahr 2012 wird in den Mitgliedsstaaten der EASA (European Aviation Safety Agency, Flugsicherheitsbehörde der EU), d.h. der Europäischen Union (EU), das Luftrecht (Festlegung der Luftverkehrsregeln, Betriebsvorschriften für Dienste und Verfahren der Flugsicherung) standardisiert.

Startgewicht

Das Startgewicht ist auch das Abfluggewicht, welches sich aus dem Pilotengewicht, dem Gewicht der gesamten Ausrüstung und allen anderen Dingen, die der Pilot mit zum Fliegen in die Luft nimmt, zusammensetzt.

Stationärer Geradeausflug

Der stationäre Geradeausflug beschreibt den Zustand, in dem der Gleitschirm fliegt, ohne äußeren Einflüssen ausgesetzt zu sein (z.B. Wind, Luftmassenbewegungen, Steuerbewegungen etc.).

Staudruck

Der Staudruck ist der dynamische Druck und entspricht der Erhöhung des Drucks am Staupunkt eines umströmten Körpers gegenüber dem statischen Druck der Luft. Mithilfe des Staudrucks kann die Geschwindigkeit gegenüber der Luft ermittelt werden.

Staupunkt

Als Staupunkt bezeichnet man den Punkt auf der Oberfläche eines angeströmten Körpers (Profil), an dem die Luft theoretisch senkrecht auftrifft. Die Geschwindigkeit des strömenden Mediums ist gleich null.

Steuerdruck

Der Steuerdruck ist der Druck bzw. die Kraft, die der Pilot spürt, wenn er die Steuerleinen zieht. Er nimmt zu, je größer der Anstellwinkel der Kappe ist.

Strömungsabriss

Beim Strömungsabriss kann die Luftströmung nicht mehr am Gleitschirmprofil anliegen, da der Anstellwinkel zu groß ist. Der dynamische Auftrieb fällt zusammen und folglich fällt der Kappeninnendruck zusammen – die Luft entweicht von vorne nach hinten. Der Pilot nimmt einen hohen Steuerdruck im Bereich hoher Anstellwinkel wahr. Im Moment des Strömungsabrisses lässt dieser schlagartig nach.

Tangente

Eine Tangente ist eine Gerade, die eine Kurve in nur einem Punkt berührt.

Thermik

Mit Thermik bezeichnet man das Phänomen der Aufwinde, die durch Erwärmung der Luft infolge der Sonneneinstrahlung entstehen. Diese Aufwinde ermöglichen dem Piloten stundenlange Thermikflüge. Der Begriff „Thermik“ wurde übrigens in Gersfeld (Rhön) geprägt und findet seither weltweit Verwendung.

Totale Luftkraft

Die totale Luftkraft ist die Resultierende aus Widerstands- und Auftriebskraft. Im stationären Geradeausflug wirkt sie entgegen der Gewichtskraft senkrecht nach oben.

Trimmgeschwindigkeit

Die Trimmgeschwindigkeit ist ohne Einsatz des Beschleunigungssystems die Maximalgeschwindigkeit des Gleitschirmes. In dieser Geschwindigkeit fliegt der Schirm bei ideal ruhigen Luftmassen ausgehend von einer bestimmten Höhe maximal weit.

Tuchfühlung

Das Ziehen der Bremsen bis zu dem Punkt, an dem die Steuerleinen auf Spannung sind, die Hinterkante sich aber noch nicht verformt, wird als Tuchfühlung bezeichnet, d.h. dass lediglich der Leerweg aufgebraucht ist.

Unkontrollierter Luftraum

Der unkontrollierte Luftraum darf von nach VFR fliegenden Piloten genutzt werden (Ausnahmen für IFR-Flüge sind möglich). Der unkontrollierte Luftraum wird nicht von Fluglotsen überwacht, womit alle nach Sicht fliegen müssen.

Variometer

Ein Variometer (kurz: Vario) registriert die vertikale Bewegung des Piloten - also das Steigen und Sinken. Es hilft dem Piloten, aufsteigende Luft zu finden und zu zentrieren. Moderne Varios sind meist Kombigeräte und bieten neben einer optischen und akustischen Steig-/Sinkanzeige je nach Ausstattung noch weitere Funktionen wie zum Beispiel Flugdatenspeicher, verschiedene Höhenmesser oder auch einen GPS-Empfänger.

VFR

Bei den VFR (Visual Flight Rules) handelt es sich um die Sichtflugregeln. Das Luftfahrzeug bzw. Luftsportgerät kann nur mithilfe wahrnehmbarer äußerer optischer Anhaltspunkte gesteuert werden, d.h. nach Sicht geflogen werden. Gleitschirmpiloten fliegen nach VFR.

VMC

Die VMC (Visual Meteorological Conditions) definieren die Sichtbedingungen bzw. die meteorologischen Verhältnisse, die vorliegen müssen, um nach VFR zu fliegen.

Vorhaltewinkel

Der Vorhaltewinkel ist der Winkel zwischen Steuerkurs und tatsächlich geflogenen Kurs über Grund.

Wasserkuppe

mit 950m höchster Berg Hessens und der Rhön, Wiege der Fliegerei Die Wasserkuppe ist mit 950m der höchste Berg Hessens. Sie liegt im UNESCO-Biosphärenreservat Rhön in Osthessen. Die Wasserkuppe gilt als die Wiege der Fliegerei, hier wird schon seit Anfang des letzten Jahrhunderts zu Fuß gestartet. Auf der Wasserkuppe befindet sich das Flugcenter der Rhöner Drachen- und Gleitschirmflugschulen, auf dem Gipfel des Berges steht eine weithin sichtbare Radarkuppel (Radom).

Widerstandsbeiwert

Der Widerstandsbeiwert ist ein dimensionsloses Maß, das den Strömungswiderstand verschiedener von einem Fluid umströmter Körper beschreibt. Er wird experimentell ermittelt.

Widerstandsformel

Den Widerstand eines Körpers kann man mithilfe von vier Faktoren berechnen: FW = A (angeströmte Fläche des Körpers) * cW (Widerstandsbeiwert) * ρ/2 (Luftdichte) * v2 (Geschwindigkeit).

Winde, Windenschlepp

Eine Möglichkeit, im Flachland mit dem Gleitschirm in die Luft zu kommen, ist der Windenschleppstart. Dabei wird der Pilot von einer speziellen Seilwinde in die Luft geschleppt, wo er sich in einigen hundert Metern Höhe ausklinkt und dann auf Thermiksuche gehen kann.

Windfenster

Als Windfenster bezeichnet man den Bereich, in dem sich ein Gleitschirm, solange der Pilot am Boden steht, bewegen lässt. Es ist ein Viertel einer Kugelschale, dessen Radius von der Länge der Leinen abhängt. Der Pilot steht im Mittelpunkt und nutzt den Bereich im Lee, um das Gleitsegel zu kontrollieren. Je weiter er den Gleitschirm an den Rand des Windfensters bewegt, desto geringer ist die Zugkraft des Schirmes. Am größten ist sie im Bereich der „Powerzone“, d.h. im Bereich kleiner Winkel, wenn die gesamte Fläche der Kappe als Segel im Wind steht.

Wingover

Wingover sind Rollbewegungen mit einer Schräglage von mehr als 90 °. Der Pilot befindet sich vom Boden aus betrachtet über der Gleitschirmkappe.

XC

Die Abkürzung steht für „Cross Country“, gemeint ist damit das Streckenfliegen.

Zentrifugalkraft

Die Zentrifugalkraft bzw. Fliehkraft, ist eine Kraft, die bei Dreh- und Kreisbewegungen auftritt und radial von der Rotationsachse nach außen gerichtet ist.