Feedback: Rückmeldungen unserer Flugschüler und aus den Flugwochen
K23, Lisa - "Es war überwältigend!!!"
Hallo ihr Lieben,
heute morgen bin ich ca. 11 Uhr aufgestanden und mein erster Gedanke war: Ich habe verschlafen. Der Zweite: Woher weht der Wind? Wie ist das Wetter? Auf welchen Hang gehen wir? Der dritte Gedanke war leider noch wesentlich ernüchternder: So'n Mist, ich habe nicht verschlafen. Ich bin auch nicht mehr auf der Wasserkuppe (so wie ich es gestern noch war) und fliegen werde ich heute schon gar nicht, egal wie das Wetter wird. :-(
Schei... Feststellung am frühen Morgen. Macht nicht grade die beste Laune. Hätte man mir, vor etwas mehr als einer Woche gesagt, dass ich ernsthaft traurig bin, wenn ich 11:00 und nicht 5:00 Uhr aufstehe, hätte ich es wohl nicht geglaubt. Mal ehrlich, ich wäre jetzt wesentlich lieber bei euch in der Rhön. Ist schon verrückt. 5:00 Uhr aufstehen (und das im Urlaub !!!), eine doch relativ schwere Ausrüstung immer und immer wieder den Berg bzw. Hang hinauf schleppen und Anweisungen befolgen wie: "Laufen, laufen, noch mehr laufen,..., Bremse mehr rechts, RECHTS !!!..., das andere RECHTS,..., "Uschi" ruhiger ..." Und das alles vermisse ich jetzt schon so sehr.
Gut, ich gebe zu, in den ersten Tagen habe ich mich tatsächlich früh ab und zu gefragt, wie bescheuert man sein muss, um sich und seine Ausrüstung zu solch unsittlichen Zeiten, auf einen Berg zu schleppen?!?
Dieses Gefühl verschwand jedoch immer sehr schnell wieder.
Nun ja, an den ersten Tagen bei euch, weiß man die überaus geniale Erfindung von Betten erst richtig zu schätzen.
Am Mittwoch war für mich der schönste Tag. Vormittags habe ich 6 oder 7 Flüge auf der Weiherkuppe gemacht und hatte zum ersten Mal das Gefühl zu fliegen und nicht nur zu hüpfen. Abends gings dann auf den Westhang zu unserem ersten Höhenflug. Endlich, man war ich ungeduldig. Ungewöhnlich mutig für mich, legte ich sogar in der ersten Reihe aus (*stolzbin* :-). Es war ein wunderschönes, aber auch selten komisches Gefühl so kurz vor dem Start.
...Und dann der Startcheck (Beinschlaufen, Gurtzeug, Einhängung, Leinen, Kappe, Wind und Luftraum); Arme nach hinten gestreckt, anlaufen, Tragegurte loslassen, Kontrollblick zur Kappe, Beschleunigungsphase, große kräftige Schritte, Abhebegeschwindigkeit...
Nun ja, soweit zur Theorie. Tatsächlich habe ich keine Ahnung wie ich in die Luft gekommen bin. Ich glaube, ich habe weder an den kompletten Startcheck noch an den Kontrollblick gedacht. Ging eh alles viel zu schnell. Neben dem Rauschen des Windes, konnte ich grade noch von Zenzi hören, ich kann mich in mein Gurtzeug setzen. Als ich durch die Schneise geflogen war, verschwand auch die letzte Anspannung fast vollständig. Erst jetzt war ich gelassen genug um die Umgebung zu genießen. Ich schaute in das weite grüne Tal hinab, das vor mir lag. Für mich schien alles grün zu leuchten und der Himmel färbte sich bereits rötlich in der Abendsonne. Es war unglaublich. In diesem Moment wurde es mir bewusst: Ich fliege! Es ist wahr, ich kann fliegen. Ohne Motor. Ohne Strom. Nur ich. Allein mit meinem Schirm... sanft ins Tal hinab gleiten. Das Gefühl ist nicht mit Worten zu beschreiben. Ich glaube so viele Endorphine und Adrenalin hatte ich noch nie in meinem Blut. Es war überwältigend!!! Schlagartig war mir auch klar wofür ich zeitig aufgestanden war, wieder und wieder den Hang hinauf lief... Es hatte sich gelohnt. Ich weiß nicht, ob die Anderen den ersten Höhenflug auch so intensiv empfunden haben wie ich, aber ich glaube schon. Es war gigantisch, ihnen beim Landen zuzusehen. Jeder hat komplett anders reagiert, aber alle waren glücklich. Besonders spannend war es, als Olli mit seiner "Uschi" (sein Schirm bzw. seine Schirmin ;-) landete. Das kann man allerdings nicht beschreiben. Man muss es gesehen haben.
Einer von uns hat sogar beim Gleitschirm fliegen seine Höhenangst besiegt. Das finde ich absolut genial und mutig von ihm. Nach dem ersten Flug war er noch ziemlich bleich und später hat es ihm, wie allen Anderen auch, riesen Spaß gemacht. Ich bewundere Menschen wie ihn. In den nächsten Tagen machten wir noch weitere Höhenflüge. (Endlich wurden wir auch wieder auf den Berg gefahren und mussten nicht mehr laufen :-). Außerdem haben wir jeden Abend noch alle zusammen ein Bier (manche auch zwei ;-) getrunken und was gegessen. So wurden die Tage perfekt abgerundet. Ich persönlich finde wir waren, mit etwas über 20 Leuten, eine klasse Gruppe. Ich hab mich immer sehr wohl gefühlt. Wir hatten von früh bis abends Spaß. Und zwischendurch sowieso ;-). Ich hätte nicht gedacht, dass ich etwas das ich erst eine Woche lang kenne, so sehr zu vermissen. Auch die anderen Flugschüler kenne ich nur eine Woche lang und vermisse sie jetzt schon. Sogar die mehr oder weniger intelligenten Sprüche der Fluglehrer fehlen mir.
Es war super mit euch allen. Danke, auch für eure Geduld vor allem an den ersten Tagen. Ist bestimmt nicht immer leicht, jede Woche wieder Anfänger wie uns zu haben.Ein besonderes Dankeschön möchte ich auch noch mal an Marc sagen für die Foto-CD. Ist ne super Erinnerung. Vielleicht wisst ihr ja noch wer ich bin?!? Wenn ihr mich gesucht habt, konntet ihr mich wohl in den meisten Fällen im Flugschulauto finden. Bin eher selten zu den Hängen gelaufen. ;-) Was natürlch nur daran lag, weil es so lustig war, mit euch im Auto zu fahren. :-) Ich war mit meinem Vati da. Wenn ihr mich nicht mehr kennt, ist es auch nicht so schlimm, schließlich sehen wir uns so bald wie möglich wieder. Ich freue mich jetzt schon darauf. Also bis dahin Alles Liebe eure Lisa PS. ganz liebe Grüße auch von Thomas Sagt mal, macht ihr im Winter eigentlich auch eine Höhenflugbetreuung??? Wäre nett wenn ihr mir das noch beantworten könntet. Danke. Anm. d. Red.: Über Höhenflugbetreuung im Winter informieren wir im Rundmail!!

